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Acht Fragen - Acht Antworten
2018-04-12 10:12

1 Tempolimit: Wie schnell darf geradelt werden?

Was für Autofahrer gilt, kann auch Radler betreffen. Etwa bei der Geschwindigkeit: „Radfahrer müssen sich an Tempolimits aufgrund von Verkehrsschildern halten“,sagt Christian Philippi,Fachanwalt für Strafrecht in Halle. Generell gelte für Fahrräder und Elektroräder, dass diese nur so schnell gefahren werden dürfen,solange der Fahrer die Kontrolle behält, so der Anwalt.

2 Radweg: Ist es Pflicht, diesen zu benutzen?

Radfahrer gehören nicht auf die Straße, ist immer wieder zu hören.Doch das ist nur bedingt richtig. „Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist“, sagt Christian Philippi. Ansonsten stehe es Radlern frei, auf die normale Fahrbahn zu wechseln. Keinesfalls aber darf der Fußweg zum Radweg umfunktioniert werden. Einzig Kinder bis zehn Jahre dürfen den Fußweg entlangradeln.Bis acht Jahre darf sie dort eine Aufsichtsperson auf dem Rad begleiten.

3 Promillegrenze: Wie viel Bier darf es sein?

Wer Rad fährt, kehrt zwischendurch gern in den Biergarten ein. Die maßgebliche Promillegrenze von 0,5 gelte zwar nicht für Radfahrer.Aber: „Auch ein Radfahrer kann sich wegen einer sogenannten Trunkenheitsfahrt strafbar machen, wenn er nicht mehr fahrtüchtig ist.“ Ab 1,6 Promille stehe das unwiderleglich fest.„Das Gesetz sieht für eine Trunkenheitsfahrt eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor“, sagt der Anwalt. Bei einer Alkoholkonzentration von 0,3 bis 1,6 Promille ist im Einzelfall durch die Polizei festzustellen, inwieweit der Fahrer noch fahrtüchtig ist.

4 Telefonieren: Ist ein Anruf während der Fahrt erlaubt?

Die Benutzung des Handys während der Fahrt ist Radfahrern in gleicher Weise verboten wie einem Autofahrer, sagt Christian Philippi. „Wer das Handy benutzen will, muss also anhalten.“ Bis zu 55 Euro kann ein Verstoß kosten. Übrigens: Nicht nur Telefonieren falle darunter, sondern jegliche Nutzung. Also auch das Schreiben einer Kurznachricht oder die Bedienung einer Navigations-App, so der Anwalt.

5 Kopfschutz: Ist der Helm eigentlich Pflicht?

Auch wenn die Zahl der Fahrradfahrer mit Helm nach Auskunft des Bundesverkehrsministerium seit Jahren steigt: „Helme können schützen, aber eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht, auch nicht für einzelne Altersgruppen wie Kinder“, erklärt Falk Klappach, Mitarbeiter der Radmanufaktur in Merseburg. Allerdings empfehle er jedem einen
Helm. Nicht nur, um den Kopf zu schützen. Im Sommer sorge ein Helm auch für eine gute Klimatisierung, und er schütze zusätzlich vor der Sonne und Insekten, so der Radexperte. „Die Modelle sind heutzutage so leicht, dass man den Helm gar nicht spürt.“

6 Gepäckträger: Darf man zu zweit Fahrrad fahren?

Einer auf dem Sattel, einer auf dem Gepäckträger: Zu zweit auf dem Rad zu fahren, ist zwar nicht sehr bequem, aber es funktioniert. Nur erlaubt ist es nicht. „Im schlimmsten Fall kommen die Füße in die Speichen“, warnt Falk Klappach. Außerdem seien die meisten Gepäckträger nicht für mehr als 20 Kilogramm ausgelegt.

7 Beleuchtung: Ist Licht auch tagsüber notwendig?

Mal blinkt der Helm, mal strahlt der Rucksack, andere tragen die Leuchte einfach in der Hand. Fakt jedoch ist: „Eine fest installierte Lichtanlage ist Pflicht“, sagt Falk Klappach. Klar gebe es Akkuleuchten, die bräuchten aber eine Mindeststärke von 15 Lux. Sinnvoll für den Alltag seien sie aber nicht.„Entweder sie sind nicht geladen oder haben
sich irgendwo versteckt“, sagt der 38-Jährige. Besser seien Seitenlauf-oder Nabendynamos. Letztere erzeugen fast keinen Widerstand mehr und sind geräuschlos.„Heutzutage gibt es sie sogar mit Tagfahrlicht - einem runter geregeltem Lichtkegel“, erklärt Klappach. Bei Tag werde man so besser wahrgenommen. Pflicht sei das aber nicht. Lichtanlagen gibt es auch mit Dämmerungssensor, sodass sich etwa in einem dunklen Tunnel das Licht automatisch einschaltet.

8 Codierung: Schützt sie vor Diebstahl?

Ein ordentliches Schloss und eine Versicherung seien das A und O, erklärt der Radexperte aus Merseburg.„Polizeiliche Codierungen haben leider nicht zum Erfolg geführt.“ Mittlerweile sei auch eine GPS-Ortung verfügbar. „Allerdings suchen wir noch nach einem Anbieter mit einer bezahlbarer Lösung“, so Falk Klappach.

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