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Auf zwei Rädern in den Frühling
2018-04-03 10:52

„E-Bike, E-Bike über alles“, umschreibt Rad-Experte Thomas Barth die Trends für die Saison 2019. Der Boom der Elektromobilität auf dem Fahrradsektor halte unvermindert an, so der Geschäftsführer des seit fast 30 Jahre alten Fachgeschäfts Fahrradies in Halle. Kein Wunder: Die elektrische Unterstützung beim Tritt in die Pedale bringt Radler
im Nu ans Ziel, eröffnet älteren Menschen neue Möglichkeiten der Mobilität und auch Familien sind begeistert, wenn sich ihr Nachwuchs ohne schweres Treten von A nach B kutschieren lässt. Kurzum: Das Elektrofahrrad ist in allen Generationen angekommen und hat sein Image als „Rentnerschaukel“ längst hinter sich gelassen. 70 Millionen Fahrräder und drei Millionen E-Bikes gibt es derzeit in Deutschland, in zehn Jahren wird es Schätzungen zufolge
genauso viele E-Bikes wie Fahrräder geben.

Cargobikes: Familien werden mobil „Junge Familien wollen einen gesunden Autoersatz“, hat Thomas Barth festgestellt. Draußen sein, sich an der frischen Luft bewegen und selbst keine Abgase produzieren, das sei die Motivation vieler Eltern, die sich bei dem 50-Jährigen Rat holen. „Wichtig dabei ist, dass sie trotzdem Kind und Kegel sicher in der Stadt transportieren können.“ Eine gute Option seien Kinderanhänger etwa von dem schwedischen Experten Thule. Doch Anhänger sind nach wie vor mit Vorurteilen ob ihrer Sicherheit belastet. Aber laut ADAC sind sie momentan das sicherste Transportmittel für Kinder - und dazu noch praktisch: Equipment für den Spielplatz, der Einkauf oder Kita-Rucksack - der große Stauraum hat für alles Platz. Wer keine Anhänger mag, für den seien Cargobikes (Foto) eine tolle Alternative, sagt Barth. Zum einen für den Transport von größeren Lasten, aber eben auch für Kinder. Absolut im Trend sind Familiendreiräder mit Neigetechnik. „Ich war letzte Woche zu einer Messe in Kopenhagen, dort sind die Räder kompletter Alltag“, schwärmt Barth. Der Vater fährt mit dem Rad auf Arbeit und setzt seinen Jungen, der vorn in einer Art integrierten Kiste sitzt, auf dem Weg dorthin in der Kita ab. Mit einem herkömmlichen Dreirad kippe man in der Kurve leicht um, die Neigetechnik jedoch verhindere das. „Man denkt, man fährt Fahrrad, muss sich nicht umgewöhnen und die Kinder haben Spaß dabei“, fasst Barth die Vorteile zusammen.

Kinder aufs Rad! Apropos Kinder: Auch für die Kleinsten gibt’s was Neues. Die Räder der Marke Woom sind super leicht und ergonomisch perfekt auf die Anatomie der jungen Biker angepasste Modelle. „Lasst eure Kinder aufs Rad!“, lautet dazu der Appell von Thomas Barth. Sogenannte Helikoptereltern seien das größte Hindernis in Bezug auf den Bewegungsdrang ihres Nachwuchses. Je stärker Eltern eingreifen - dazu zählt im Übrigen auch das Montieren von Stützrädern - desto unselbstständiger werden Kinder. „Dabei können sie das Radfahren relativ schnell selbst lernen“, so der Rad-Experte. „Es ist ein wunderschöner Prozess zu sehen, wenn Kinder ihren Radius, optisch und auch bewegungstechnisch beim Radfahren erweitern.“

Businessbike und Jobrad Klar: E-Bikes haben ihren Preis. Aber gerade in der Debatte um Dieselautos und Kohlenstoffmonoxid ist auch die Bundesregierung daran interessiert, dass langfristig gute Alternativen zur Fahrt mit dem Auto aufgebaut werden. Das E-Bike ist eine solche. So gibt es etwa für Firmen, die sich für den Transport größerer Gegenstände Cargobikes anschaffen, seit dem 1. März ein neues Förderprogramm der Bundesregierung. Bis zu 2500 Euro bezuschusst der Staat die Anschaffung. Für kleine Handwerksbetriebe oder Computerfirmen sei das eine ideale
Lösung, so Thomas Barth, der die Unterstützung vom Staat generell für einen „guten Prozess“ hält. Dazu zählt auch das Dienstradleasing. Bei diesem Gehaltsumwandlungsmodell wird ein geringer Teil des Bruttogehaltes des Arbeitnehmers monatlich für die Nutzung des neuen E-Bikes einbehalten. „Damit wandelt er einen Teil des Entgeltes in eine Sachleistung um und muss dafür keine Steuern zahlen“, erklärt Barth. In der Summe spare der Radfahrer gegenüber einem Neukauf Kosten und der Arbeitgeber einen entsprechenden Teil der Abgaben zur Sozialversicherung, so der Rad-Experte. Ein weiterer Vorteil liegt bei den Anschaffungskosten  für das Fahrrad. Diese werden monatlich
in Teilbeträgen über drei Jahre entrichtet. Danach hat der Radfahrer die Wahl: Entweder er gibt das E-Bike zurück und
least ein neues oder er erwirbt es zum Restwert. Die Höhe des Restwertes wurde bundeseinheitlich neu geregelt. Es lohnt sich also nachzuhaken.

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